Auf Youtube werden massenweise Chancen vertan
Mittwoch 20. Dezember 2006 von Michael Zander
Es ist kein Geheimnis, dass sich Youtube und auch die anderen Videoportale im Bezug auf Urheberrechte und vor allem deren Verletzung auf sehr dünnem Eis bewegen. Was Rechteinhaber aus verschiedensten Bereichen dort allerdings im Moment veranstalten, entzieht sich meinem Verständnis. Nehmen wir beispielsweise die Fußball-Bundesliga bzw. die Deutsche Fußball-Liga (DFL) als deren Interessenvertreter. Die lassen alles, was auch nur annähernd mit einem Stadion zu tun hat, innerhalb kürzester Zeit gnadenlos löschen. Dabei wird nicht unterschieden zwischen mit dem Handy aufgezeichneten Stimmungsbildern aus der Kurve, Kurzberichten der lizenzierten TV-Sender oder ganzen Spielen. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, der findet hier oder hier ausreichend Lesestoff.
OK, bei kompletten Spielen oder ganzen Sportsendungen, die sehr zeitnah ins Netz gestellt werden, habe ich dafür durchaus Verständnis. Damit verdient die DFL - und mit ihr die Vereine - gutes Geld, das den Clubs und ihren Fans zugute kommt. Ganz anders sehe ich es bei Fan-Aufnahmen aus der Kurve, alten Sportschau-Schnipseln oder Mini-Berichten vergangener Spieltage. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen und Marketingverständnis hätte die DFL die Chance, Youtube & Co. als Instrument zu nutzen für kostenlose Imagekampagnen und positive Werbung für die Ware Fußball. Diese Chancen werden vertan durch sture Prinzipienreiterei. Und ganz nebenbei werden die Fans verprellt, ohne die weder Vereine noch DFL leben könnten.
Analog verhalten sich Film-Konzerne, Fernsehsender, Markenartikler und andere Rechteinhaber. Bis Web-2.0-Portale als Marketinginstrument er- und anerkannt werden, wird wohl noch einige Zeit vergehen…
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 20. Dezember 2006 um 18:22 und abgelegt unter aktuell, praxis, trends. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.
