D&B von allen guten Geistern verlassen

Freitag 30. Januar 2009 von Michael Zander

Dass man in Zeiten von Krisen auch mal auf etwas kreativere Mittel setzt, mag verständlich sein. Was sich das Unternehmen D&B DunTrade - der selbsternannte “größte Zahlungserfahrungspool in Deutschland wie auch weltweit zum kostenlosen Austausch von Zahlungserfahrungen” - heute erlaubt hat, grenzt an unternehmerischen Selbstmord.

In einer E-Mail legt man mir dar, woran ich bereits vor Monaten hätte erkennen können, dass CreaTV - das Unternehmen des ehemaligen RTL-Talkers Hans Meiser - in die Pleite schliddert. Natürlich hätte ich als D&B-Kunde schon frühzeitig gewusst, wie es um Herrn Meiser steht.

Nun gut, über diese Art der Akquise mag man moralisch unterschiedlicher Meinung sein. Ich halte sie für ein derartiges Unternehmen, das sich im extrem seriösen Finanzbereich bewegt, für unmöglich.

Völlig unstrittig ist allerdings die Art und Weise des E-Mail-Versands. Ein verrnünftiges Newsletter-Tool hält man bei diesem Unternehmen nicht für notwendig. Wozu auch, es geht ja auch eher um Spam, als um einen Newsletter. Statt dessen setzt man auf ein stinknormales E-Mail-Programm. Absender ist dann auch nicht eine info-Adresse, sondern der Name eines Mitarbeiters dieses Unternehmens. Dieser setzt aber noch einen drauf und verwendet statt des Bcc-Felds für die Empfänger das ganz normale Empfänger-Feld. Dort finde ich meine Adresse nun mit allen anderen Empfängern dieser Spam-Mail. Ich habe sie nicht jetzt doch gezählt, es sind bestimmt über 100 ganz genau 301 - hauptsächlich Pressevertreter und Redaktionen.

Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Praktikanten freundlichen Mitarbeiter Manager Public Relations aus dem Hause D&B für diese Adressen. Wenn ich sie nicht selbst gebrauchen kann, finde ich bestimmt einen Spammer, der sie mir abnimmt.

Es ist mir völlig unklar, wie ein Unternehmen der Finanzbranche so blöd sein kann, mit einer einzigen E-Mail seinen Ruf derart zu ruinieren. Wer soll denen in Zukunft noch glauben, dass dort seriös gearbeitet und verantwortungsvoll mit Daten umgegangen wird?

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 30. Januar 2009 um 10:29 und abgelegt unter aktuell, praxis. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

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