Fake-Accounts bei Twitter und keiner kriegt es mit?

Dienstag 24. März 2009 von Michael Zander

Ich verfolge schon länger einen Fußball-Bundesligisten bei Twitter. Einen bequemeren Weg, immer mit den neuesten Informationen versorgt zu sein, gibt es eigentlich nicht. Nun habe ich eben den Internet-Verantwortlichen des Vereins kontaktiert und ihn um ein kleines Interview zum Einsatz von Twitter für eines meiner Fußball-Blog gebeten. Die Antwort kam ebenso schnell wie überraschend:

Wir sind in keinster Weise bei Twitter aktiv.

Ich habe mir den Twitter-Account dann noch einmal angeschaut. Dort finde ich das offizielle Vereinslogo auf einem Hintergrund in den Vereinsfarben, den Verweis auf die offizielle Homepage und zahlreiche Tweets mit Nachrichten von der Homepage.

Klassischer Fall von reingefallen, da bin ich wohl einem Faker gefolgt. Offensichtlich bin ich aber nicht alleine. Eine kurze Google-Recherche liefert den Beweis. Auch in anderen Blogs und auf Webseiten wird der Fake-Account als offiziell dem Verein zugeordnet.

Nun gut, solange der Faker über Twitter lediglich die offiziellen Meldungen des Vereins verbreitet, entsteht kein direkter Schaden. In Zeiten, in denen Twitter Meinung macht, wie die jüngsten Geschehnisse um den Amok-Lauf von Winnenden brutal bewiesen haben, mag ich mir aber gar nicht vorstellen, was man damit anstellen könnte …

Twitter untersagt in seinen Nutzungsbedingungen selbstverständlich die Nutzung fremder Namen und Marken. Für die Durchsetzung der Namensrechte ist allerdings die Kenntnis der missbräuchlichen Nutzung erforderlich. Und da wird es schwierig. Viele kleine und mittelständische Unternehmen wissen oft nicht einmal, dass es Twitter gibt, auch bei großen Marken kann man nicht sicher sein. Und selbst wenn, auf die Idee, dass jemand die eigene Marke missbraucht, muss man erst einmal kommen, wenn man nicht gerade Web-2.0-Experte ist.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich bei meiner Entdeckung um einen Einzelfall handelt. Kennt jemand weitere Fake-Fälle?

Eine Lösung des Problems fällt mir spontan nicht ein. Ich werde weiter recherchieren und hier berichten. Vorschläge werden in den Kommentaren gerne entgegen genommen.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 24. März 2009 um 13:30 und abgelegt unter aktuell, praxis. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

7 Kommentare über “Fake-Accounts bei Twitter und keiner kriegt es mit?”

  1. Astrid schrieb:

    Ich habe jetzt schon bei einigen größeren Brands den entsprechenden Twitter-Account mit dem Hinweis “Wollen Sie diesen Account kaufen?” gesehen ;-)

  2. nastorseriessix schrieb:

    Twitter ist und bleibt ähnlich unkontrollierbar wie Google und es würde nicht wundern, wenn Google das kleine Vögelchen sich irgendwann einverleibt…

  3. Ralf schrieb:

    Twitter mit Google zu vergleichen ist nun wirklich weit hergeholt. Nachrichten wir Pressemeldungen sollte man sich eben nach wie vor auf der jeweiligen Vereinshomepage besorgen.

  4. nastorseriessix schrieb:

    Aber es passt, denn letztendlich macht Twitter nix anders wie Google. Eine Markenmacht in dem Fall eine Kommunikationsmacht wird aufgebaut ähnlich wie bei Google.

    Jeder Vollidiot kann da seinen Senf abgeben und sich wichtig machen. Ohne Regelementierung läuft da alles so wie es halt läuft, völlig ohne Kontrolle.

    Da kann ich mir auch die Bild reinziehen…

  5. Steve Stan schrieb:

    Twitter ist und bleibt ähnlich unkontrollierbar wie Google und es würde nicht wundern, wenn Google das kleine Vögelchen sich irgendwann einverleibt…

  6. Oliver schrieb:

    Twitter ist momentan voll im Trend und nach Aussagen der Unternehmensführung wird Twitter Search momentan weiter ausgebaut. Ich ertappe mich immer häufiger selbst dabei, dass ich anstatt bei Google bei Twitter suche. Wenn die Suchfunktion fertig gestellt ist, wird das einigen anderen genau so gehen. Momentan ist es das schnellst wachsendste Web2.0 Projekt und das hat auch Google mitbekommen, genauso wie Facebook und zuletzt Apple, an jedem Gerücht ist etwas wahres dran…

  7. Manfred schrieb:

    Twitter bleibt unkontrollierbar durch eine höhere Instanz. Aber Jeder kann doch selbst kontrollieren ob seine Marke oder Name missbraucht wird. Zugegeben Viele wissen nicht einmal dass es Twitter gibt und sind dann auch wehrlose Opfer. Aber als Unternehmer muss man so etwas eigentlich wissen.
    Ich glaube schon dass grosse Namen wissen dass es Twitter gibt. In einem Forum habe Ich gelesen dass Dell scheinbar mehr als 3 Millionen mit Twitter verdient hat. Wahrscheinlich würde sich auch Niemand wagen um sich Dell´s Namen einzuverleiben.

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