Die Musikindustrie kann aufatmen. Wie zu erwarten wurden die Vertriebswege für Liedgut weiter ausgebaut nachdem durch illegale Musik-Downloads ein tiefes Loch in die Bilanzen gerissen wurde. Merchandise und Live-Auftritte waren seitdem mehr oder weniger die Haupteinnahmequelle. Um jedoch weiterhin die Notenware gegen Bares unter die Leute zu bringen, bedient man sich nun dem Spieltrieb.
Zugegeben: Das hat natürlich erst einmal nicht viel mit Online-Marketing zu tun. Denn in diesem Fall rede ich nicht vom x-ten MP3-Kaufportal. Es geht ums zocken, ums gamen. Das nämlich lieben die Menschen auf der ganzen Welt.
Da wartet beispielsweise die Playstation mit allerlei “Singstar”-Varianten auf uns: Bekannte Songs können mit einer Spielekonsole am heimischen Rechner gesungen werden, Typ ‘Karaoke im Privathaushalt’. Die Bandbreite reicht über fast alle Genres, von Ski-Hütten-Gejohle bis hin zu Rockballaden.
Und nun geht es in die nächste Runde. Im neuen Spiel “Rock Band” ist es mit Singen allein nicht mehr getan. So sind hier auch Schlagzeug und Gitarre als Zubehör erforderlich und laden zum “Nachspielen” der Songs ein. Will man sein Spiel mit neuen Songs erweitern, wählt man einfach aus dem Online-Angebot: Zurzeit werden wohl täglich drei neue Songs veröffentlicht. Und das Downloaden lassen sich die Anbieter natürlich bezahlen.
“Laut Hersteller wurden online bereits mehr als 2,5 Millionen Musikstücke verkauft und es ist noch kein Ende in Sicht. Durch die geschlossenen Verträge mit EMI, Sony BMG, Universal, Warner und anderen kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Nachschub an neuen Songs gesichert ist,” so rockband-game.de
Mit solchen und ähnlichen Konzepten dürfte also dem voranschreitenden Online-Vertrieb, auch und insbesondere im Game-Bereich nichts mehr im Wege stehen.
Google bietet aktuell drei neue Möglichkeiten der Präsentation der Suchergebnisse: Die Einblendung eines Zeitstrahls, die Darstellung auf einer Landkarte und den Einsatz zusätzlicher inhaltlicher Filter.
Mit dem Zeitstrahl (”Timeline View”) ist eine chronologische Eingrenzung der SERPs möglich. Der Zugriff auf einzelne Jahrzehnte erfolgt mit einem einfachen Mausklick, längere Zeiträume werden in ein Textfeld eingegeben:
Bei der geografischen Darstellung (”Map View”) erscheinen die Suchergebnisse zusätzlich als Markierungen in einer Landkarte auf der rechten Bildschirmseite. Sehr interessant ist die Möglichkeit, die Suchergebnisse durch Skalierung und Verschiebung der Karte räumlich einzugrenzen:
Der Inhaltsfilter mit dem Namen “Info View” erlaubt die Selektion der Suchergebnisse nach verschiedenen Kriterien. Angeboten werden beispielsweise Daten, Maße, Orte oder Bilder:
Über die reguläre Google-Seite sind die neuen Such-Features noch nicht erreichbar. Wer sich den weissen weißen Kittel überstreift, der kann im Google-Labor schon mal ein wenig damit spielen:
In einem Sondernewsletter weist mich der Schimmel Media Verlag - unter anderem Herausgeber verschiedener Fachinformationsdienste - auf sein neuestes Produkt hin. Mit www.businessworld.de möchte man den B2B-Bereich mit Videos versorgen. Aus der offiziellen Ankündigung:
Das professionelle Portal für Videos mit wirtschaftlichen Inhalten im B2B-Bereich ist einzigartig in Deutschland. Inhalte sind Firmen- und Produkt-Videos, die sich bislang in die Konsumer-Portale nicht angemessen einordnen ließen. Sie können interessante Geschäftskontakte herstellen, indem Sie selbst Videos hochladen, andere anschauen und weiterleiten.
Für eine Einschätzung, ob dort ein wirklich brauchbares Portal entsteht, ist es sicher noch zu früh. Auf jeden Fall besteht die Gefahr, ein Sammelbecken langweiliger Werbefilmchen zu werden, in dem die Rosinen so schwer zu finden sind wie bei Youtube & Co. Wenn das nicht passiert, bin ich zuversichtlich, dort in Zukunft die ein oder andere Minute zu verbringen.
Hier mal ein erster Versuch, ein Video von businessworld extern einzubinden:
Unabhängig davon, dass meine Bank wohl die einzige ist, die diesen kleinen Chip auf der EC-Karte nicht anbietet, habe ich den Sinn und Zweck der Geldkarte noch nie so richtig verstanden einsehen können.
Auf der Internet World 2006 hatte ich ein längeres Gespräch mit einem offiziellen Marketing-Menschen der Geldkarte. Außer ein paar kleinen Beispielen, die erstens banal und zweitens auf meine persönlichen Gewohnheiten und Lebensumstände nicht übertragbar waren, fehlten selbst ihm die überzeugenden Argumente.
Die Geldkarte versucht es jetzt voll zweinullig mit einem Wettbewerb bei Sevenload. Dort sollen User mit eigenen Videos den Umgang mit Kleingeld und seine Folgen zeigen. Vielleicht erkenne ich ja dann den großen Vorteil. Oder hat hier jemand gute Argumente?
Das ist übrigens schon der zweite Versuch. Das Sieger-Video von 2006 ist ganz witzig, überzeugt mich aber auch nicht:
Fast eine Milliarde Euro (genau 976 Millionen) wurden im Jahr 2007 in Deutschland mit Bannern, Pop-Ups und anderen grafischen Elementen umgesetzt. Unberücksichtigt blieben Suchwort- und Affiliate-Marketing. Die Steigerung gegenüber dem Jahr 2006 beträgt satte 103 %.
Prof. August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM, bezeichnet das Jahr 2007 als einen “echten Meilenstein für die grafische Online-Werbung in Deutschland” und hebt insbesondere die Zuwächse von Quartal zu Quartal hervor.
PDFs sind mittlerweile fast gar nicht mehr aus der Webwelt wegzudenken - kaum eine Seite verzichtet darauf, Broschüren, Handbücher, Flyer etc. in dem universellen Format bereit zu stellen. Klar, dass hieraus Profit geschlagen werden sollte.
Wer könnte für die Vermarktung besser geeignet sein, als Yahoo? Schließlich hat sich das Unternehmen im letzten Jahr im Bereich Content-Seiten extrem gut aufgestellt, nachdem im Suchmaschinenbereich kaum noch ein Rücken möglich ist. “Ads for Adobe PDF Powered by Yahoo” heißen die dynamisch generierten Textanzeigen - bislang war es schließlich nur möglich, statische Werbung zu schalten (und dies auch nicht über einen zentralen Dienst).
Anbieter von PDFs können ihre Dokumente auf den bereitgestellten Server hochladen, wo der Inhalt dann auf Schlüsselbegriffe überprüft und auf “Werbetauglichkeit” gecheckt wird. Klickt später jemand auf diese Werbung erhält der Bereitsteller eine Vergütung dafür. Die Werbung wird übrigens in einem separaten Bereich des Adobe Acrobat/Reader ausgeliefert und (vorausgesetzt man ist online) bei jedem Aufruf neu generiert.
Zunächst erstreckt sich die Beta hierfür nur auf die USA und englische PDFs, später soll das ganze natürlich weltweit ausgerollt werden, wenn es Erfolg zeigt. Wer es heute schon versuchen möchte, der kann sich hier für die Beta bewerben.
Manfred Leisenberg, Professor für Wirtschaftsinformatik, erklärt der Wirtschaftwoche und ihren Lesern in einem Interview die Zukunft des Webs - insbesondere die Rolle der Suchmaschinenoptimierung.
Ich glaube, dass es immer weniger wichtig ist, bei Google weit oben zu stehen.
Das ist für mich die zentrale unsinnigste Aussage des Interviews. Ähnlich hanebüchen sind seine Erklärungen der virtuellen Welt. Bevor ich hier Satz für Satz zitiere, lege ich dem interessierten Leser das komplette Interview ans Herz, damit er sich ein eigenes Bild mache: Leisenberg erklärt die virtuelle Welt
Ein Indikator für die Realitätsnähe der Leisenberg-Einschätzung zum Thema Suchmaschinen mag eine Auktion sein, die aktuell bei Sedo läuft. Dort kommt die Domain www.seo.de unter den virtuellen Hammer.
Bei noch gut vier Tagen Laufzeit liegt der Preis bei 15.500 Euro. Ich tippe auf ein sechsstelliges Ergebnis. Ob sich diese Investition lohnt? Ich denke nicht, aber das hat andere Gründe als die Prognosen des Professors.
Es gibt ja immer wieder Versuche im Suchmaschinenmarkt, Google den Rang abzulaufen. Und da muss man sich natürlich schon was einfallen lassen. Redzee versucht es scheinbar mit Niedlichkeitsfaktor und bedient sich dazu eines Zebras, das den Suchenden lustig angrinst. Dazu gesellt sich dann noch die Unterscheidung von “Search 1.0″ und “Search 2.0″. Durch Ausprobieren findet man dann heraus: 1.0 zeigt die Ergebnisse in gewohnter Auflistung, liefert dazu noch einen kleinen Screenshot der jeweiligen Ergebnisseite mit. 2.0 erfordert mehr Geduld, denn hier braucht es erst einmal eine Weile bis die vielen Bildchen geladen werden - die Ergebnisse werden als größere Screenshots dargestellt, die man “durchscrollen” kann. Hinter Search 2.0 hatte ich eigentlich irgendwas mit User-gestützten Ergebnisse erwartet…
Im Fazit finde ich das Suchen zwar lustig, aber die Qualität der Suchergebnisse hat mich nicht überzeugt. Auch die 2.0 Suche konnte mich nicht überzeugen, denn die Ladezeiten waren für meine Verbindung einfach gigantisch - bis ich hier das “richtige” Ergebnis für mich anklicken kann, habe ich bei Google schon 2-3 Seiten abgesurft. Schade eigentlich.